Nachdem das Raschplatz Open Air als wunderbare Strategie zur Vertreibung von wohnungslosen und drogengebrauchenden Menschen funktioniert hat, geht die hannoversche Verdrängungspolitik nun in die zweite Runde. In weihnachtlichen Kitsch verpackt, verkauft die Stadt eine Mikroplastikschleuder als Eisfläche und hält mit hoher Security-Präsenz weiter unliebsame Menschen, die nicht aus reinem Konsumgrund da sind vom Raschplatz fern.Soziale Hilfseinrichtungen beklagen, dass die dadurch in umliegende Stadtteile verdrängten Menschen viele Unterstützungsmaßnahmen kaum noch wahrnehmen können. Dabei ist es insbesondere jetzt im Winter wichtig, dass Menschen diese Hilfsangebote nutzen können. Unterkühlung und Kälteidiotie kosten jedes Jahr hunderte Menschen das Leben.Aber anstatt wirklich zu helfen, bietet die Stadt Groß und Klein lieber die Möglichkeit, gut abgeschirmt vom ganzen Elend zu schlechter Popmusik Schlittschuh zu laufen, überteuerten Glühwein zu trinken oder für den Preis einer Monatsmiete pro Stunde Curling zu spielen. Frei nach dem Motto “Was ich nicht sehe, ist nicht da”.Und leider stößt dieser menschenverachtende Ansatz immer noch auf erschreckend große Zustimmung.Dabei ist Wohnungslosigkeit und Suchtkrankheit ein gesellschaftlich erzeugtes Problem. Denn die kapitalistische Logik, die Menschen in verwertbar oder nicht verwertbar unterteilt und ein löchriges Sozialsystem werden immer Gewinner*innen und Verlierer*innen erschaffen. Und sind die Menschen erst einmal ganz unten angekommen, gibt es kaum Möglichkeiten wieder gesellschaftliche Teilhabe zu erreichen. Mediale Schreckensbilder, privatisierter Wohnungsmarkt und klassistische Resentiments sorgen dafür, dass diesen, ohnehin schon exkludierten Menschen der Zugang zu Sicherheit, Essen, Wohnraum und sozialer Teilhabe genommen wird.Es ist unsere Aufgabe als Gesellschaft Menschen in allen prekären Lebenslagen aufzufangen und allen ein gutes und würdiges Leben zu ermöglichen. Dafür braucht es einen radikalen Wandel. Es reicht nicht aus, dass die Stadt ein paar Almosen gibt, um Menschen zu unwürdigen Bedingugen in Heime zu stecken und damit aus dem Stadtbild rauszuhalten. Die Maßnahmen dienen generell eher dazu Mitgefühl vorzutäuschen und den gesellschaftlichen Aufschrei möglichst klein zu halten.Statt auf Profite zu setzen, müssen wir anfangen, Ressourcen nach Bedürfnissen zu verteilen. Denn sie sind da! Allein in Hannover stehen 12.000 Wohnungen leer und mit den steuerfrei vererbten geldern der Bahlsenfamilie könnten Sozialwohnungen finanziert werden. Das Problem sind also nicht die fehlenden Mittel, sondern der Unwillen sie einzusetzen und die ungerechte Verteilung zu Gunsten einiger Weniger.
Doch sozialer Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe fängt schon viel früher an. Eine kleine Spende, ein paar nette Worte und ein generell offener und liebevoller Umgang mit allen Menschen, können kleine, wichtige Schritte für diesen großen Wandel sein.
Wir wollen warmen Punsch statt sozialer Kälte, Wohnungen für die, die sie brauchen, bedürfnisorientierte Verteilung von Ressourcen und den Raschplatz für Alle!
So kannst du helfen!
Melde leerstehenden Wohnraum!
Die Kampagne “Leerstand melden & besetzen” versucht, leerstehende Wohnungen für wohnungslose Menschen nutzbar zu machen, damit sie dort über einen längeren Zeitraum dem tödlichen Winter entkommen können.leerstandmelden.blackblogs.org
Spende an Kleiderkammern!
Kleiderkammern geben unentgeltlich saubere Kleidung, Küchenutensilien, Geschirr, etc. an bedürftige Menschen aus. Dafür sind sie auf Sachspenden angewiesen.
Bekleidungsausgabe des Diakonischen Werks: 0511 3687 117
Nahtstelle (Johanniter): 0511 609773-40
gEMiDe e.V.: 0511 – 8973540
Rufe den Kältebus!
Kältebus Hannover: 0800 – 084 84 88