Queere (Selst-)Verteidigung: Workshop Erinnerung

In zwei Wochen findet unser Workshop zum Thema Queere (Selbst-)Verteidigung statt!

Inhalte, Ablauf, Location – alles steht. Nur ihr fehlt noch.

Ihr könnt ohne Anmeldung beim ganzen Workshop oder einzelnen Themenblöcken mitmachen. Wenn ihr zwischendrin dazu stoßt, kommt bitte etwa 10 Minuten vor der auf den Slides angegebenen Startzeit.

Vor Ort haben wir gratis oder gegen Spende ein paar Getränke und Snacks. Außerdem haben wir ein Awarness- und Sicherheitskonzept, welches den Workshop – abgesehen von ggfs. triggernden Inhalten, die aber mit entspr. Warnungen versehen sind – zu einem Safe Space machen wird. Falls ihr Fragen habt schreibt uns gerne eine Nachricht.

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Queere (Selbst-)Verteidigung: Workshopankündigung

Unsere Queer-Feministische Arbeitsgruppe lädt zum Workshop ein! Nach dem positiven Feedback in unserer Story-Umfrage stehen nun Termin und Location: 16. September, 13:00 Uhr im UJZ Korn.

Der Termin wird voraussichtlich 5 Stunden dauern (mit ausreichenden Pausen) und gliedert sich in drei große Themenblöcke: Betrachtung der aktuellen Lage für Queers, Individueller Selbstschutz und kollektive Verteidigung bzw. Vermeidung kritischer Situationen.

Anmelden braucht ihr euch nicht – kommt am Tag einfach vorbei und macht mit. Wir gestalten den Workshop so, dass wir entsprechend der Gruppengröße hoch oder runter skalieren.

Sprecht uns an, wenn ihr Fragen zu Inhalten, potentiellen Triggern, dem Ablauf oder unserem Awareness- und Sicherheits-Konzept habt!

#queer#feminismus#selbstverteidigung#communitydefense#anarchism#hannover#flinta#love#awareness#lgbtqia#lgbtq#pride#csd

Queere Befreiung statt „Stolzmonat“-Faschismus

Gestern [30. Juni 2023] hat es in Hannover einen queerfeindlichen Bannerdrop gegeben. Die Aktion reiht sich an andere queerfeindliche Vorfälle in der jüngsten Vergangenheit und steht im Kontext der faschistischen “Stolzmonat”-Kampagne. Davon lassen wir uns nicht einschüchtern. Wir wissen, wie wichtig es ist, sich gegen unsere Feinde verteidigen zu können. Aber auch die breitere queere Community in Hannover muss wehrhafter werden, das zeigt sich aktuell mit bedrohlicher Deutlichkeit. Unsere Existenz ist nicht verhandelbar!

Am Abend des 01. Juli tauchte dann noch in Hannover ein pro-LQBTQIA*-Transpi auf, von dem uns ein Bild zugesandt wurde.

Stellungnahme zu Polizei & CSD

Nachtrag des Instagram-Beitrags vom 7. Juni 2023, den wir als Reaktion auf den massiven bürgerlichen Support für die Polizei veröffentlicht haben.

Wir haben gemeinsam mit anderen radikalen Gruppen am 04. Juni an der Kundgebung des andersraum gegen queerfeindliche Gewalt teilgenommen. Viele unserer Mitstreiter*innen sind Teil der queeren Community und wir als Kollektiv sehen queere Befreiung als eines der Ziele unserer Arbeit an. Daher war es uns insbesondere nach der Attacke nach dem CSD wichtig, unsere Unterstützung der Community zu zeigen.

Während der Kundgebung hat unter anderem auch ein trans* Polizist in und über seine Rolle in der Behörde gesprochen. Dieser Redebeitrag wurde aus der Menge heraus durch Sprechchöre “Überall Polizei, nirgendwo Gerechtigkeit” und “BRD: Bullenstaat, wir haben dich zum Kotzen satt” gestört. Menschen aus unserer Gruppe und anderen linksradikalen Gruppen schlossen sich diesen Sprechchören spontan an.

Die (negativen) Reaktionen auf die Sprechchöre richteten sich primär gegen uns linksradikale und kamen vorwiegend von älteren Menschen die uns als Gruppe als “gerade mal aus dem Sandkasten raus” zu diskreditieren versuchten. Die übrigens durchweg beachtenswerte Moderation hat die Situation mit Verständnis für beide Seiten schnell entschärft.

Konstruktivere Kritik kam nach Abschluss der Kundgebung. Menschen sprachen mit uns von ihren eigenen Erfahrungen und zeigten sich verständnisvoll wie insbesondere die Doppelrepression links & queer für Menschen sein muss. Ein Kritikpunkt aus dem bürgerlichen Spektrum bestand aber durchweg: Die Störung eines Redebeitrags einer queeren Person soll nicht die Kommunikationsmethode von Kritik sein.

Das haben wir uns zu Herzen genommen und verstehen es durchaus. Unsere Kritik wäre sicherlich in einem eigenen Redebeitrag besser formuliert gewesen, auch polizeikritische Sprechchöre nach, statt während der Rede, wären eine Option gewesen.

Dennoch möchten wir den Inhalt unserer Kritik in keiner Weise verwässern oder von unserer Position abrücken und finden, dass die uns gegenüber formulierte Stilkritik dem eigentlichen Problem gegenüber nichtig ist. Wir sind wuterfüllt, denn: Keiner der Beiträge ging konkret auf den Eklat ein, den diese queerfeindliche Attacke aus bürgerlicher Sicht sein müsste. Der Angriff fand an einem öffentlichen Ort statt, der sonst stets von massiver Polizeipräsenz geprägt ist. Meist haben die Polizist*innen am Hannover HBF genug Zeit um migrantisch gelesene Menschen zu schikanieren oder wohnungslose zu vertreiben. Und die Polizei bewertet “Risiken” von Veranstaltungen selbstverständlich und entsprechend werden Resourcen der Staatsmacht eingesetzt. Nach all den Angriffen auf queere Menschen in der jüngeren Vergangenheit und dem erklärten Kulturkampf rechter Parteien und Medien gegen queere Menschen hätte die Polizei natürlich zu dem Schluss kommen müssen, dass eine verstärkte Präsenz zum Schutz bei der An- und Abreise, aber auch des CSD selbst, bei dem es auch zu queerfeindlichen Übergriffen kam, erforderlich ist. Dass dies nicht geschehen ist, sollte aus bürgerlicher Sicht massive Kritik hervorrufen. Diese blieb aber aus.

Wir als Teil der Linken Bewegung wissen natürlich, dass der Schutz von Menschenleben eben nicht im Interesse des Staates und seines Gewaltapparats ist, und der Nicht-Schutz queerer TeilnehmerInnen des CSD somit ganz einfach ins Bild passt. Wir wissen auch, vermutlich im Gegensatz zu vielen unserer Mitmenschen, welche Ressourcen diesem Staatsapparat zur Verfügung stünden, wenn er wollte. Die Message ist leider: Die queere Community ist dem Staat egal. (Ausgenommen natürlich, wenn wir für sie wählen sollen oder Profite erwirtschaften müssen.)

Die Polizei kann der queeren Befreiung ohnehin nur im Weg stehen. Dass queere Rechte immer gegen Staat und Polizei erkämpft werden mussten und ihnen nun eine Bühne geboten wird ist ein Schlag ins Gesicht für alle von queerfeindlich motivierter Polizeigewalt Betroffenen.

Wir sind aktuell in Gesprächen mit anderen Gruppen aus Hannover um gemeinsam über unseren Auftritt und Kritik mit dem andersraum in den Dialog treten zu können. Denn es kann nicht sein, dass denen, die uns in der “liberalen” Demokratie schützen sollen, es aber nie tun und ohne Zweifel jederzeit queerfeindliche Gesetze durchsetzen würden, eine Bühne zur Inszenierung gegeben wird.

Queere Befreiung selbst erkämpfen

Nachtrag des Instagram-Beitrags vom 1. Juni 2023 als Rückblick auf den CSD bei dem wir gemeinsam mit anderen Gruppen zum kämpferischen Block mobilisiert hatten.

Wir waren am Samstag auf der Straße, um die Errungenschaften und Kämpfe der queeren* Community zu feiern. Doch dabei wollen wir nicht die Entstehungsgeschichte des CSD vergessen. Der hauptsächlich von BIPOC* und trans* Personen getragene Aufstand forderte nicht einfach liberale Zugeständnisse, sondern richtete sich radikal gegen patriarchale Unterdrückung und Polizeigewalt. Diese Strukturen sind bis heute tief in unserem System verwurzelt, wie man an der zunehmenden Gewalt und medialen Hetze gegen queere* Personen sieht

Auch die deutsche Polizei verhaftete und kriminalisierte Homosexuelle bis in die 90er und noch heute werden queere* Menschen deutlich häufiger Opfer von Polizeigewalt. Die Polizei hat kein Interesse an unserer Befreiung. Sie ist nicht unser Freund und Helfer sondern Handlangerin eines repressiven Staates und hat deswegen nichts auf dem CSD zu suchen.

Das kapitalistische System stellt Profite über das Wohl der Menschen und basiert auf Ausbeutung, Unterdrückung und Spaltung. Queerfeindlichekeit und andere Unterdrückungsmechanismen wie Rassismus, Sexismus und Ableismus sind also direkte Produkte des Kapitalismus.

Deshalb reicht es nicht aus, wenn wir uns mit der symbolischen Emanzipation zufrieden geben, die uns von der herrschenden Klasse zugestanden wird. Vermeintlich queerfreundliche Unternehmen, die den CSD als Werbeveranstaltung missbrauchen und Regenbogen-Kapitalismus werden uns nicht befreien. Auch auf Parteien und Parlamentarismus können wir uns nicht verlassen, wie mensch momentan am sogenannten „Selbstbestimmungsgesetz“ sieht.

Stattdessen müssen wir uns eigenständig organisieren, um die Ursachen unserer Unterdrückung zu bekämpfen. Dabei dürfen wir unseren Kampf nicht isoliert betrachten, sondern müssen uns mit anderen revolutionären Kräften und marginalisierten Gruppen zusammenschließen.

Wir sind erst wirklich frei, wenn Alle frei sind!