Raschplatz für Alle – Kein Raum für Verdängung

Der Raschplatz ist ein wichtiger Ort für wohnungslose und suchtkranke Menschen. Er ist zentral gelegen, befindet sich in direkter Nähe zu mehreren Konsum- und Aufenthaltsräumen und bietet viele Möglichkeiten um sich vor dem Wetter zu schützen. Auch viele soziale Hilfsangebote finden inzwischen am Raschplatz statt.

Zu Beginn des Jahres wurde bekannt, dass die Stadt Hannover plant, hier einen Strand aufzuschütten und unliebsame Menschen von hier zu verdrängen und das deutsche Ballermann Publikum hinter den Bahnhof zu locken.

Kritisiert wird das Vorhaben seit der Bekanntgabe der Pläne von sozialen Trägern und Betroffenen. Als die Pläne konkreter wurden, wurde klar, dass es nichtmal um Verdrägung sondern Vertreibung geht die hier stattfinden sollte.

Um die Veranstaltungsfläche webt sich ein Netz aus mindestens sechs Sicherheitsdiensten, welche den Platz Tag und Nacht bewachen, alle gewöhnlichen Aufenthaltsorte sind heute leer. Sobald sich mehr als drei Menschen versammeln, ist in Sekunden einer der Sicherheitsdienste zur Stelle.

Die Asuwrikungen beobachten wir in den Hauseingängen und Tunneln Richtung Oststadt. Hier konsumieren Suchtkranke vermehrt alleine, weitestgehend ungeschützt und abseits der etablierten Angebote am Platz, während auf den Treppen am Raschplatz der Mittelstand die Strandstühle belegt und sich teuren Alkohol einflößt.

Während das Bürgertum seinem Konsum frönt, soll es bloß nicht mit den katastrophalen Auswirkungen des Kapitalismus konfrontiert werden. Diejenigen, die sich Leistungszwang und Verwertungslogik entziehen werden um jeden Preis aus dem öffentlichen Bild ausgeschlossen.

Wir wünschen uns eine Gesellschaft, die Menschen in allen Lebenslagen hilft, die solidarisch zusammenarbeitet um Probleme selbstorganisiert zu bewältigen. Wir wünschen uns die befreite Gesellschaft und den Raschplatz für Alle!